Deutsch

Deutsch - ein besonderes Fach

Das Fach Deutsch nimmt im Fächerkanon des Gymnasiums eine Sonderstellung ein, da es sowohl für Muttersprachler als auch für Kinder mit Migrationshintergrund grundlegende Kompetenzen zum Erlernen von Fremdsprachen, aber auch für textbasierende Aufgabenstellungen in allen anderen Fächern vermittelt.
Gerade im Zeitalter digitaler Kommunikation ist eine rasche Texterfassung eine unverzichtbare Grundkompetenz, die am Gymnasium Seligenthal durch eine intensive Leseförderung geschult wird. Bücherkisten in jedem Klassenzimmer, eine gemütliche Leseinsel im Pausenbereich, das computergestütze Antolin-Projekt, der Vorlesewettbewerb und die enge Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Landshut sollen Klein und Groß zum sinnerfassenden Lesen animieren und den Wortschatz erweitern.

Materialgestützte Aufsatzformen schulen das Erfassen wesentlicher Informationen und fördern eine kritische Textreflexion. Gezielte Wortschatz- und Spracharbeit, auch in Grammatik und Rechtschreibung, legen die Basis für gewandte Ausdrucksfähigkeit im schriftlichen und mündlichen Sprachgebrauch. Rhetorische Fähigkeiten wie freies Sprechen, sachgerechtes Argumentieren und Präsentieren bereiten die Jugendlichen auf ein erfolgreiches Berufsleben bzw. Studium vor und lassen sie sprachliche Manipulation in Politik und Medien durchschauen. Diesem Ziel dienen auch mündliche Schulaufgaben in der Mittelstufe, in denen zu aktuellen Fragestellungen Pro und Contra in freier Rede ausgetauscht werden sowie die regelmäßige Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Jugend debattiert“. Dichterlesungen und Theaterbesuche wecken die Freude an Literatur und ergänzen den Unterricht, besonders in der Oberstufe, in sinnvoller Weise.


P-Seminar "Kreatives Schreiben" bei Frau Maringer

Für den Literaturabend, der den Titel „gedankenrausch.“ trägt, wählten die 13 Teilnehmer verschiedenste Texte aus ihren eigenen Werken aus. Im Zuge des eineinhalb-jährigen Projekt-Seminars hatten sich die Wortakrobaten im Jonglieren mit Worten und Sprache ausprobiert und wurden dabei stark von eigenen Erfahrungen inspiriert als auch von ihrer Lehrerin Frau Cornelia Maringer angeleitet. Somit entstand eine Vielzahl von sehr persönlich geprägten Gedichten, Balladen und Kurzgeschichten, die unterschiedliche Motive behandeln. Dabei geht es sowohl um Kriegserfahrungen und den Verlust des eigenen Ichs als auch um Liebeskummer und das rasante Leben in einer von Digitalisierung geprägten Welt. Hoffnungsvolle Gedichte, Märchen und eine lustige Rede ergänzen die Vielfalt der Vorträge. Das Publikum war sichtlich begeistert und berührt von den emotionalen Texten, die mit großem Engagement und Mut von den jungen Schriftstellern präsentiert wurden. Voller Stolz konnten sie eine kleine Auswahl ihrer Werke in Form eines kleinen Büchleins zum Verkauf anbieten.
Folgende junge Schriftsteller wagten sich mit ihren Werken an die Öffentlichkeit: Carina Auserwählt, Verena Auserwählt, Noa Benning, Carmen Bogenberger, Katharina Hambusch, Wieland Hauser, Patricia Husmann, Selina Kressierer, Sophia Reiseck, Anne-Maria Rossmann, Chiara Stengel, Jacqueline Wiethaler und Eva Zellner.
Ich danke meinen Sprachkünstlern für ihre Offenheit und ihren Mut!

Stell dir vor, du musst gehen (von Carmen Bogenberger)

Stell dir vor, du musst gehen

Fliehen

Laufen

Alles hinter dir lassen

 

Stell dir vor, du musst gehen

Vertrieben vom Krieg

Deine Heimat - zerstört

Und alle schauen weg

 

Stell dir vor, du stirbst – nicht

Nicht im Krieg

Nicht im Meer

Nur innerlich – und keiner merkt‘s

 

Stell dir vor, du kommst an

In einem fremden Land

Verstehst die Sprache nicht

Und wirst gehasst – wieder

 

Stell dir vor, du kommst an

Und wirst verachtet

Und dir wird gesagt geh nach Hause

Nach Hause?


Märchen mit Multimedia – Erzählungen einer 5. Klasse

Märchen begleiten Kinder auf der ganzen Welt und schon ab dem Kleinkindalter, wenn die Eltern beginnen, ihrem Nachwuchs ihre liebsten Geschichten vorzulesen. So kommt es, dass es kaum jemanden geben dürfte, der nicht die tragisch-romantische Geschichte von Schneewittchen oder die Erzählung von dem durchaus naiven Rotkäppchen, dem bösen Wolf und der armen Großmutter kennt. 

Aber was wäre, wenn all’ diese fantastischen Geschichten im 21. Jahrhundert stattgefunden hätten? Hätte Rotkäppchen wirklich nach dem Weg fragen müssen, wenn ein GPS-fähiges Gerät in ihrem Körbchen gewesen wäre? Wo landet die Prinzessin, wenn sie nur in das Handy glotzt, statt auf den Weg zu achten? 

Diese Fragen hat sich die Klasse 5b des Jahrgangs 2017/2018 gestellt und daraufhin eigene Erzählungen entwickelt, die in Form, Sprache und inhaltlichen Merkmalen an Märchen erinnern und dennoch unverkennbar modern sind: Geschichten, die sich mit spannendem Geo-Catching oder verhängnisvoller Smartphone-Daddelei beschäftigen und letztlich meist zu der Erkenntnis führen, dass auch im digitalen Zeitalter nach wie vor die Natur den Menschen zum Träumen bringt.

Kerstin Wittmann


Anna Meindl - Der Geheimgang

Anna Meindl der Geheimgang

Es waren einmal zwei Geschwister. Ihre Namen waren Merle und Pia. Sie lebten in einer grauen Großstadt, aber die beiden waren die Schönsten der ganzen Gegend. Allerdings konnten sie ohne ihr Handy nicht leben. Immerzu waren sie damit beschäftigt, sich selbst und andere zu fotografieren und zu spielen. Eines schönen Sommertages bummelten die beiden Mädchen zusammen durch die Stadt. Auf ihr Handy konzentriert, kamen Sie von der Hauptstraße ab und verirrten sich in eine dunkle Seitengasse. An deren Ende fanden sie eine alte verrostete Türe, die einen Spalt offenstand.

„Ein Geheimgang!“, rief Merle. Schnell machte sie ein Selfie. Neugierig geworden schlichen sie vorsichtig in den Gang hinein. Plötzlich fiel die Türe hinter ihnen zu. „Hilfe“, schrie Pia entsetzt. In dem Geheimgang war es düster, kalt und unheimlich. Merle machte die Taschenlampe an ihrem Handy an. Sie tasteten sich langsam und vorsichtig durch den Gang mit seinen vielen Kurven.

Auf einmal wurde es vor ihnen hell. Sie gingen noch um die letzte Kurve und plötzlich sahen sie, woher das Licht kam. Sie standen am eisernen Tor zu einem wunderschönen, riesigen Garten! In ihm blühten die verschiedensten Blumenarten in ihren buntesten Farben. Dort war auch eine sehr große Wiese. Als sie den Garten betraten, sahen sie sich langsam und vorsichtig um. Auf einmal hörten sie hinter sich eine knarzige Stimme: „Was wollt ihr hier?“ Erschrocken drehten sich die Geschwister um. Hinter ihnen stand eine alte, unheimliche Frau. Sie hatte eine krumme Nase mit einer dicken Warze darauf, ihre Augen waren feuerrot. „Eine Hexe!“, flüsterte Pia. „Gebt mir sofort diese nichtsnutzigen Telefone! Sonst verhexe ich euch in zwei hässliche, knorrige Wurzeln“ sagte die Hexe. Zögernd gaben die Mädchen der Alten ihre Handys. Sie kassierte diese ein und verschwand im Bruchteil einer Sekunde. Nachdem sie sich von dem Schreck erholt hatten, liefen die Mädchen ihr suchend hinterher, doch die Hexe blieb verschwunden. Auf der Suche waren sie tief in den Garten eingedrungen und hatten sich weit vom Eingang entfernt. „Lass uns umdrehen“, sagte Pia, „es hat keinen Zweck.“ „Das ist ja eine Katastrophe“, entgegnete Merle, „meine ganzen Fotos und Kontakte sind auf dem Handy! Wie soll ich das überleben?“ Mit hängenden Köpfen machten sich die beiden deprimiert auf den Weg zum Eingang zurück. Da die Geschwister nicht mehr durch ihr elektronisches Spielzeug abgelenkt waren, hatten sie auf einmal wieder Augen und Ohren für ihre Umwelt. Sie hörten Vögel zwitschern und sahen in einem grünen Teich die Frösche springen. Die Sonne wärmte sie und ihnen wurde bewusst, wie schön die Natur ist und wie viel es dort zu sehen gab. „Es macht so viel Spaß, im Freien zu sein!“ rief Pia.

Und als sie am Eingang angekommen waren, hatten sie ihre Handys schon fast vergessen.

Da tauchte plötzlich die Hexe wieder auf und meinte: „Dies soll euch eine Lehre sein, spielt nicht mehr nur den ganzen Tag mit eurem Handy! Habt ihr mich verstanden? In der echten Welt gibt es so viel mehr zu entdecken!“ Merle und Pia nickten eingeschüchtert. Mit dem Zauberspruch „Krötenschleim und Hasenscharten, raus mit euch aus meinem Garten!“ wurden sie von der Hexe zurück in die Stadt gehext. Nachdem die beiden wieder in der Seitengasse waren, fanden sie auch ihre Handys wieder in der Jackentasche. Die verrostete alte Tür, der Eingang zum Geheimgang, blieb jedoch verschwunden.

Dieser Tag war ein ganz besonderes Erlebnis für die beiden. Sie hatten wieder erfahren, wie viel Spaß es macht, in der freien Natur zu sein und diese zu entdecken!

Von da an blieben ihre Handys immer öfter zu Hause auf der Ladestation und sie gingen aufmerksam und glücklich durchs Leben bis ans Ende ihrer Tage.


Ida Weinel - Ein aufregendes GEO-Caching

Ida Weinel Geo-Caching Pilz

Es war einmal ein Zwergen-Geschwisterpaar. Sie hießen Lilie und Knorpel. Eines Tages wollten die beiden ein Geo-Catching im Wald machen. Bei diesem Spiel musste man Gegenstände suchen, die irgendwo in der Natur versteckt und mit genauen Koordinaten versehen waren.

„Auf Wiedersehen Mutter!“, rief Lilie und gab die Koordinaten in die GPS-App ihres Handys ein. Schon rannten die beiden los in den Wald. Dabei kamen sie an vielen großen Bäumen und Sträuchern vorbei. Lilie sammelte ein paar Waldbeeren und Knorpel sammelte Pilze. Es gab viele

Beerensträucher, aber auch lustige, tolle Pilze. Die Koordinaten führten sie über Berg und Tal. Sogar einen Fluss mussten sie überqueren. Sie waren noch nicht sehr weit, da entdeckte Knorpel den Geo-Catch. Er war in einer Baumwurzel versteckt, die irgendwie mysteriös wirkte. Nun kam auch Lilie angerannt. Sie freute sich sehr über den Catch. Doch als Knorpel die seltsame Wurzel berührte, löste er sich plötzlich in Luft auf. Er war wie vom Erdboden verschluckt! Lilie erschrak fürchterlich und war völlig verzweifelt. Sie überlegte kurz, dann rannte sie zu Ihrem Lieblingsort, eine alte, leer stehende Burgruine. Dort lehnte sie sich an einen Handymast und dachte darüber nach, wie sie ihren geliebten Bruder zurück holen könnte.

Auf einmal hörte das kleine Zwergenmädchen ein zartes Stimmchen rufen: ,,Na, was ist denn das? Ein unglückliches Zwergenkind? Das darf nicht sein! Was geht ab? Ich bin Rosetta, eine Wunschfee. Wenn mir jemand einen Krug Flattermais sammelt, dann erfülle ich ihm seinen sehnlichsten Wunsch. Flattermais ist schwer zu bekommen und sehr selten. Er wächst nur im Labyrinth der alten Burgruine,“ plapperte die Fee. 

„In Ordnung“, sagte Lilie, „ich besorge dir Flattermais. Bis gleich!“ Sie rannte zum Labyrinth, dort waren zu Ihrem Erstaunen Zeichen an den Steinwänden angebracht. Ein Löwe, eine Blume und eine seltsame Pflanze. Das sollte wahrscheinlich der Flattermais sein. Sie ging eine Mauer entlang, an der immer wieder dieses Symbol

auftauchte. Erst einige Minuten später erreichte sie das Ziel: Eine Metalltür mit dem gleichen Symbol darauf. Als sie vor der Tür stand, fielen plötzlich drei Chipkarten vom Himmel direkt vor ihre Füße und eine dumpfe Stimme ertönte: „Wähle eine Karte aus. Du hast nur einen Versuch. Greife dir eine Karte und versuche dein Glück!“ Lilie überlegte einen Augenblick. Sie sah sich die Chipkarten genau an und bemerkte dabei, dass in jede der Karten etwas eingraviert war. Bei der Ersten hieß es „EMULB“. Auf die Zweite war „EWÖL“ geschrieben. Die Dritte trug die Aufschrift „SIAMRETTALF“. Sie dachte einige Zeit angestrengt nach.

„Du hast nicht mehr viel Zeit, beeile dich!“, ertönte die Stimme erneut. Das Mädchen überlegte noch einmal mit aller Kraft. Plötzlich rief sie: „Ich hab’s!“ Das Zwergenmädchen hatte bemerkt, dass die Buchstaben, rückwärts gesprochen, sinnvolle Wörter ergaben. Somit hieß das dritte Wort nichts anderes als „Flattermais“! Ohne zu zögern schnappte sie sich die Chipkarte und hielt sie an den Scanner der Tür, welche umgehend aufsprang. Dahinter stand ein Krug, bis zum Rand gefüllt mit Flattermais. „Geschafft!“, rief sie glücklich.

Schnell rannte sie zurück zu der Fee und übergab ihr den Mais. Diese bekam leuchtende Augen und sagte: „Zum Dank dafür erfülle ich dir deinen sehnlichsten Wunsch.“ Die Fee zwinkerte kurz und im selben Moment stand Knorpel wieder neben dem überglücklichen Zwergenmädchen Lilie. Zusammen traten sie nun den Rückweg an. Den Catch nahmen sie ebenfalls mit. Es waren zwei Himbeersahne-Bonbons und zwei Tetra-Packs mit Apfelsaft. Jetzt rief Lilie mit dem Handy ihre Mutter, die bereits erfolglos mehrere WhatsApp geschrieben hatte, an und sagte: „Mutter, mach dir bitte keine Sorgen, wir kommen nun nach Hause. Und wir haben mehr Abenteuer erlebt, als du dir denken kannst…!“ Von nun an lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage.


Aktuelles zum Fach Deutsch:

Die grundsätzliche Idee zum Besuch einer Aufführung dieses Goethe‘schen Dramas, zu Beginn des Schuljahres ausführlich im Deutschkurs behandelt, kam zunächst von Frau Grüner. Da aber in diesem Jahr leider keine Inszenierung dieses Stücks im süddeutschen Raum zu finden war, entschloss sich der Kurs kurzerhand dazu, die lange Anreise nach Göttingen auf sich zu nehmen. Und – es hat sich mehr als gelohnt!

Thematisch ist das Stück um die griechische ...

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Alle fünften Klassen besuchten im November an einem Vormittag die Landshuter Stadtbücherei. Das Team der Stadtbücherei erklärte in interessanten Workshops den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten der Ausleihe und sonstige vielfältige Online-Angebote. Einer der Höhepunkte war die Schatzsuche mit Tablets.

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Sagenhafte 1187 Bücher wurden von den drei Bestplatzierten Julia Blum, Sophia Rothe und Sophia Jaumann innerhalb eines einzigen Schuljahres in der Freizeit gelesen. Damit hatten sie beim Online-Projekt zur Leseförderung „Antolin“ der Unterstufe natürlich die Nase vorn.

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