Gesellschaftskritik und Denkanstöße im GroßformatKursteilnehmer erkunden Street Art in München
Das Leistungsfach Englisch (Q13) nutzte einen Tag in der Landeshauptstadt München, um eine Seite der Stadt zu erkunden, die viele so nicht erwarten würden: subversive, gesellschaftskritische Street-Art, die während des letzten Jahrzehnts aus der intensiven Zusammenarbeit von international bekannten Street-Art-Künstlern und dem gemeinnützigen Kunstverein Positive-Propaganda entstand und die den öffentlichen Raum Münchens jenseits der üblichen Postkartenmotive prägt. Wer hätte das gedacht!
Los gings am Stieglmaierplatz und dann entlang der Dachauer Straße bis hin zum Kreativquartier. Auf diesem Weg begegneten dem Kurs Arbeiten einiger international äußerst gefragter Street-Art-Künstler – darunter etwa Kripoe, LIQEN, ARYZ oder Skullphone. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie diese Kunst im öffentlichen Raum Themen wie Menschenrechte, Umweltschutz, Social-Media-Wahn, Gentrifizierung oder soziale Ungleichheit sichtbar macht und Passanten zum Innehalten und Weiterdenken bringen will.
Am späten Nachmittag folgte der Besuch des 2022 eröffneten Amuseum of Contemporary Art. In der Ausstellung „Copy & Paste“, die die Verbindungen von Punk und Street Art beleuchtet, erhielt die Gruppe in einer sehr informativen Führung durch Kuratorin Lucy Dietz Einblicke in die Geschichte und die Bildsprache der Punk-Szene, mit der sich einige wichtige Street-Art-Künstler wie Shepard Fairey und INVADER bis heute im Dialog befinden. Landeskundlich war das spannend, denn der Bogen wurde von den Sex Pistols und den Ramones bis hin zu Margaret Thatcher, Queen Elisabeth und der punktypischen Kritik am amerikanischen Neoliberalismus gespannt.
Zum Abschluss vertiefte die Gruppe den DIY-Gedanken der Punkbewegung sogar noch in einem kreativen Teil. Hier gestalteten die Schülerinnen und Schüler eigene Collagen mit persönlichen und oft kritischen Statements: ein wirklich niedrigschwelliger Zugang zu aktueller und gesellschaftsrelevanter Kunst und gleichzeitig ein gelungener Abschluss für die Erkundung eines etwas anderen Münchens.
Michael Menauer
Bild oben: Die Gruppe im Foyer des Museums
Bild links unten: Do it yourself – eigene Collagen als Gesellschaftskritik
Bild rechts unten: Kleine Referate der Kursteilnehmer erleichterten den Zugang (Kunstwerk: LIQUEN – Exhuman)