Fritz Koenigs Kugelkaryatide macht Station im Gymnasium Seligenthal

Im Rahmen eines Projekts der Stadt Landshut und des Koenigmuseums durfte das Gymnasium Seligenthal am 04.02.2025 ein Originalmodell der großen Kugelkaryatide von Fritz Koenig in Empfang nehmen. Bei einem Festakt, der von einer Bläsergruppe unter Leitung von Hilde Laumann feierlich umrahmt wurde, stellten Kulturamtsleiter Benedikt Schramm und Museumsleiter Daniel Schreiber im Dialog mit seiner Mitarbeiterin Noemi Frattini die Idee, Kunst in die Schule zu bringen, vor.

Gerade die Kugelkaryatide bietet viele Anknüpfungspunkte für schulische Themen. Zum einen symbolisiert sie die Freiheit der Kunst in der Darstellung und Interpretation, zum anderen wurde sie durch den Terroranschlag am 11. September 2001 zum Symbol der Erinnerung und des Zusammenhalts und Überlebenswillen über die Katastrophe hinaus.

Es ist für uns eine große Freude und Ehre, diese Skulptur zwei Monate lang beherbergen zu dürfen. Die Wahl des Ausstellungsorts fiel auf die Galerie vor dem Sekretariat. Ganz ähnlich wie der ursprüngliche Aufstellungsort der großen Karyatide im Zentrum Manhattans vor den Zwillingstürmen des World Trade Centers ist der Platz vor dem Sekretariat ein zentraler Platz schulischen Lebens. Zudem ermöglicht der Ausstellungsort auch einen interessanten Dialog mit den Werken der nur sechs Jahre älteren Bildhauerin Marlene Neubauer-Woerner, deren „Papageno“ neben einem Orpheuszyklus und vielen Kleinplastiken die Galerie gestaltet. Beide sind Landshuter Künstler, die ihre Ausbildung in München an der Akademie für bildende Kunst erhielten; beide verschrieben sich der plastischen Darstellung, doch während Fritz Koenigs Weg immer mehr in die Abstraktion ging, bevorzugte Marlene Neubauers Werk die figürliche Darstellung. Zusammen mit Bildern der Maler Toni Waim und Engelbert Hilbich leisten Marlene Neubauer - Woerners Plastiken und jetzt auch Fritz Koenigs Kugelkaryatide damit einen wesentlichen Beitrag zum schulischen Bildungsauftrag. Denn neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Kunstwerken ist die ästhetische Erziehung und damit die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit in unseren visuell geprägten Kommunikationsformen längst eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation geworden.

Ursula Weger