Europa ganz praktisch:Frau Bach erklärt die EU als Arbeitgeber und ihren Einfluss auf unseren Alltag
Wie konkret europäische Politik den Alltag der Bürger prägt und welche beruflichen Möglichkeiten die Europäische Union jungen Menschen bietet, erfuhren die Klassen 10b und 10c bei einem erneuten Besuch unserer ehemaligen Schülerin Anna Theresa Bach.
Mit viel Motivation und anschaulichen Beispielen gelang es Frau Bach, die Europäische Union greifbarer zu machen. Sie zeigte, dass europäische Entscheidungen keineswegs nur in anonymen Institutionen getroffen werden, sondern unser tägliches Leben unmittelbar beeinflussen. So profitieren Verbraucher beispielsweise von der Harmonisierung der Ladeanschlüsse für elektronische Geräte. Das schafft mehr Übersicht, spart Ressourcen und hilft, Elektroschrott zu reduzieren. Auch die gemeinsame europäische Notrufnummer 112 verdeutlicht, wie praktische Zusammenarbeit innerhalb der EU funktionieren kann. Darüber hinaus sprach Frau Bach über den Nutri-Score als Beispiel für eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung.
Natürlich plauderte Frau Bach auch ein wenig „aus dem Nähkästchen“: Lebendig erzählte sie vom „Klassenfahrtcharakter“ der Sitzungswochen in Straßburg, wenn rund 2.000 Menschen in eigens gecharterten Zügen von Brüssel dorthin fahren.
Seit ihrem letzten Besuch hat sich Frau Bachs beruflicher Weg verändert. Während sie zuvor als wissenschaftliche Mitarbeiterin für einen Abgeordneten des Europäischen Parlaments tätig war – „ein 24/7-Job“ –, arbeitet sie nun als Parlamentsbedienstete in der Verwaltung der Europäischen Union (ECON-Ausschuss). So konnte sie den Schülern eine weitere Perspektive auf die Arbeit der EU vermitteln. Sie erklärte, welche Aufgaben die Verwaltung übernimmt und warum die EU ein interessanter Arbeitgeber ist.
Dabei war es Frau Bach besonders wichtig, mögliche Hemmschwellen abzubauen. Viele junge Menschen können sich zunächst kaum vorstellen, später bei einer europäischen Institution zu arbeiten. Mit ihrer offenen und motivierenden Art zeigte sie jedoch, dass eine berufliche Zukunft bei der EU keineswegs unerreichbar ist. Sie ermutigte die Schüler, sich über Praktika zu informieren und Abgeordnete des Europäischen Parlaments direkt anzuschreiben. Auch persönliche Fragen zu Verdienstmöglichkeiten und Work-Life-Balance beantwortete sie ehrlich und auf Augenhöhe.
Einen besonders lebendigen Einblick erhielten die Schüler durch den Trainee Tim Mahlmann, den Frau Bach per Teams zugeschaltet hatte. Live aus Brüssel schilderte Herr Mahlmann anhand eines „typischen Montags“ seine Aufgaben im Sekretariat des Rechtsausschusses (JURI) und verriet praktische Tipps und Tricks für eine Bewerbung. Damit ergänzte er Frau Bachs Vortrag um eine weitere persönliche Perspektive auf die EU als Arbeitgeber.
Liebe Frau Bach, vielen Dank für Ihren informativen, spannenden und motivierenden Vortrag an alter Wirkungsstätte. Das Gymnasium der Schulstiftung Seligenthal freut sich auf ein Wiedersehen in Landshut oder Brüssel!
Michael Menauer
Bild: Eine Doppelstunde ganz im Zeichen Europas