Wie wird man Wissenschaftler und Forscher?Online-Vortrag des Krebsforschers Professor Dr. Norbert Kraut in StuBO

Aufgrund der Begeisterung, die ein Lehrer in ihm geweckt hatte, und der eigenen Erkenntnis, wie wichtig Biologie in der Zukunft sein werde, entschied sich Professor Dr. Norbert Kraut für ein Studium in Biologie in Regensburg und später für Mikrobiologie in Colorado und legte damit die Basis für eine Karriere als international renommierter Krebsforscher. Statt auf einem internationalen Kongress mit einem Fachpublikum zu diskutieren, zeigte Professor Kraut virtuell in einem kurzweiligen Vortrag vor den StuBO-Kursen der Q11 seinen persönlichen Werdegang als Forscher und Berufsmöglichkeiten in der Krebs- und Medikamentenforschung auf.

Nach der Promotion in Heidelberg gewann er zusätzliche Motivation als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei einem späteren Nobelpreisträger in Seattle. Große Mobilität und internationale Kollaborationen begleiteten von Anfang an seinen Weg in die klassische Krebsforschung, der ihn schließlich zu seinem Hauptarbeitsplatz in Wien bei einem deutschen Pharmaunternehmen führte. Als Professor in Physiologischer Chemie in Ulm, Mitglied in verschiedenen onkologischen Komitees und wissenschaftlicher Beirat für Molekulare Pathologie gibt er seine innovativen Ansätze weiter. Zusätzlich publiziert er regelmäßig Fachbeiträge in wissenschaftlichen Journalen und hält diverse Patente.
Prof. Kraut informierte über die Entstehung eines Tumors und Therapieansätze, über Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln. Er stellte die vielfältigen Arbeitsfelder in der Krebsforschung sowie der Entwicklung von Arzneimitteln dar, ebenso die unterschiedlichen Ausbildungs- und akademischen Berufe in diesem Bereich. Gerade in Führungspositionen brauche es Empathiefähigkeit, soziale und kommunikative Kompetenzen, um erfolgsmotivierte Mitarbeiter zu gewinnen. Sehr gute Englischkenntnisse, größte Flexibilität und Entscheidungsfreude zeichnen Wissenschaftler in leitender Funktion aus. Die Entwicklung eines erfolgreichen Medikaments bis zur Marktreife erfordere Unternehmergeist und die Übernahme von Verantwortung. Sein Ziel, so Professor Kraut, sei es, Krebserkrankungen heilbar zu machen, und dies sei zugleich sein Antrieb, immer weiterzuforschen und als konstant Lernender auch aufkommende Technologien, emerging technologies, zu nutzen. 
Die Schülerinnen und ihre Lehrkräfte bedankten sich für den sehr abwechslungsreichen und motivierenden Vortrag. In der anschließenden Fragerunde zeigten sie großes Interesse für die Frauenquote, den Arbeitsalltag in der Forschung und die größten persönlichen Erfolge.
Der Vortrag fand in der Reihe „Eltern in MINT-Berufen“ statt, in der Eltern ihre Berufe aus erster Hand vorstellen. Herzlichen Dank an den Elternbeirat, der dies initiiert hat!
Maria Fischer