Jahrestagung der sozialwissenschaftlichen Gymnasien Bayerns in Seligenthal 2020

Zur Jahrestagung konnte Schulleiterin Ursula Weger in ihrer Funktion als Sprecherin des Arbeitskreises der sozialwissenschaftlichen Gymnasien Bayerns neben den Schulleitungen der Gymnasien auch Vertreter des Kultusministeriums und des ISB am Gymnasium Seligenthal begrüßen, um sich über wesentliche Anliegen dieses Zweigs und seine Weiterentwicklung im G9 auszutauschen. Ein ausgefeiltes Hygienekonzept machte diese Präsenztagung unter Einhaltung strenger Abstandsregeln und dem Tragen eines Mundschutzes möglich, bei der neben wichtigen Informationen auch der kollegiale Austausch im Mittelpunkt stand. MR Peter Kammler aus der Gymnasialabteilung des KM skizzierte kurz die Schwerpunkte der neuen Oberstufe, die neben einer stärkeren Profilbildung vor allem die politische Bildung als fachübergreifende Aufgabe im Rahmen der Demokratieerziehung und Wertebildung in den Mittelpunkt stellen wird. Dem Kernfach Politik und Gesellschaft – ehemals Sozialkunde – kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu, weshalb es in der neuen Oberstufe auch als Leistungsfach vierstündig belegt werden kann.
Um der ganz besonderen Tagesaktualität des Fachs gerecht zu werden, wurde in einem Arbeitskreis des ISB, zu dem auch die Fachschaftsleiterin des Gymnasiums Seligenthal Simone Blaschke gehört, ein online-Lehrbuch mit aktuellen Unterrichtsmaterialien für die 8.und 9. Jahrgangsstufe in „Politik und Gesellschaft“ entwickelt. Die digitale Form ermöglicht dabei, stets „am Puls der Zeit“ zu sein und die Materialien immer auf dem neuesten Stand zu halten.
Die Tagung machte zudem deutlich, welch wichtige Aufgabe der Politischen Bildung in der Schule auch und gerade in Zeiten von „Corona“ zukommt. Denn bei aller Zustimmung der breiten Bevölkerung zu den notwendigen Maßnahmen zeigt sich bei manchen Gruppen eine schwindende Akzeptanz der Regeln einer Demokratie, die man nicht bagatellisieren darf. Dabei ist die Bevölkerung mehr denn je auf die Solidarität aller mit den Schwächeren in der Gesellschaft und den Zusammenhalt und die Bereitschaft, persönliche Einschränkungen zum Wahl anderer hinzunehmen, angewiesen. Besonders für Jugendliche ist der lange Atem, den wir alle angesichts steigender Infektionszahlen in der Pandemie brauchen, problematisch, da von vielen ein Jahr lang ohne ausgelassene Feiern, aber mit Abstand und Verzicht auf körperliche Nähe in der Peergroup als Verlust einer wichtigen Lebensspanne empfunden wird. Hier können und müssen die SWS-Gymnasien ihren Beitrag leisten, gesellschaftliche Entwicklungen klar zu machen und für Verständnis und Akzeptanz für die notwendigen Maßnahmen zu werben.
Die breite Palette aktueller Themen wie Klimawandel, Migration, Inklusion, Digitalisierung und die Rolle sozialer Medien bis hin zum Wahlkampf in den USA hilft den Schülerinnen und Schülern, sich im weltpolitischen Geschehen zu orientieren, und trotz der Medienflut durch Abwägen und Hinterfragen letztlich eigene Standpunkte zu entwickeln – eine unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung unserer Jugendlichen zu mündigen Bürgern.
So endete die Tagung in einem regen Austausch über aktuelle Unterrichtskonzepte, die nicht zuletzt auch in Zeiten eines Wechsel- oder Distanzunterrichts den umfassenden Zielen der politischen Bildung gerecht werden.
 
Ursula Weger
 
Auf dem Bild von Re na li:  Sigrid Rechenauer, Sprecherin der staatlichen SWS-Gymnasien, Ursula Weger, Sprecherin der kirchlichen SWS-Gymnasien, MR Peter Kammler, Katharina Lehmann, ISB, Werner Ziegler, Sprecher der städtischen SWS-Gymnasien