16.02.2016 11:42 Alter: 2 yrs

Weiterer großer Künstler in Seligenthal: Toni Waim

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Ursula Weger Nachlass findet Heimat in Seligenthal

Toni Waim (1923 - 2001), Foto: 1986 Picasa

Die ersten Bilder hängen bereits im Bildungszentrum

Weitere Bildbeispiele finden Sie in der Galerie

Toni Waim (1923 - 2001)

Mit Toni Waim beherbergt  Seligenthal nun einen weiteren großen Künstler in seinen Räumen.

Der 1923 in Wasserburg/Inn geborene Künstler verbrachte seine Schulzeit von 1929 bis 1940 in Landshut. Wie den meisten jungen Männern seiner Generation blieb ihm der Kriegseinsatz an der Front nicht erspart. Nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft  nahm er 1945 ein Privatstudium bei Prof. Heinlein und Prof. Karl Knappe in München auf. Während zunächst die Plastik im Mittelpunkt stand, wendete er sich ab 1951 verstärkt der Bleistiftzeichnung und der Malerei zu.

Bereits 1952 stellte Toni Waim seine Werke zum ersten Mal in Landshut aus. Es folgten zahlreiche Ausstellungen  u.a. in Wasserburg, Rosenheim, München, Augsburg, Burghausen, Salzburg, Hohenaschau, Köln, Kaiserslautern und Baar in der Schweiz und immer wieder in seiner Heimatstadt Landshut.

Sein umfangreiches Oeuvre umfasst Ölbilder, Tempera, Aquarelle, Zeichnungen und Terrakotten.

Als Mitbegründer des Arbeitskreises Wasserburg (1968), Mitglied der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft (ab 1970) und des B.B.K. Oberbayern (ab 1982) suchte er den Austausch mit anderen Künstlern.

1991 wurde Toni Waim mit dem Kulturpreis Ostbayern ausgezeichnet, 1995 ehrte das Bayrische Fernsehen den Künstler mit einem Filmporträt  unter dem Titel „Jedes Bild ist ein Geheimnis“.

Dass nun über 70 Bilder ihre Heimat in Seligenthal gefunden haben, verdanken wir seiner Frau Ulrike Waim, die – selbst  Kunsterzieherin und eigenständige Graphikerin – die Entstehung der Werke Toni Waims in einem regen Austausch und gegenseitiger Inspiration begleitete. Auf Anregung des ehemaligen Oberbürgermeisters und Stiftungsratsmitglieds Josef Deimer hat sich Ulrike Waim nach Vorgesprächen mit Äbtissin Sr. Petra Articus und der Schulleiterin Ursula Weger entschlossen, einen Großteil des Nachlasses ihres Mannes mit Unterstützung der Sparkasse Landshut an einen Ort zu bringen, wo seine Bilder Kinder, Jugendliche und Erwachsene tagtäglich zum Betrachten, zum Nachdenken und zum Dialog auffordern können. Denn Toni Waim war es  ein großes Anliegen, durch seine Werke für den Betrachter „unbekannte Welten sichtbar zu machen und die Beziehungen des Menschen zwischen Geist, Seele und Körper mit den Mitteln der bildenden Kunst aufzuzeigen.“ (1) In meist ruhigen leuchtende Erdfarben komponiert er wie auf einer „Probebühne eines Theaters bizarre Begebenheiten, Possen, Schelmereien, Grotesken, Skurilitäten und Phantasmagorien, deren symbolträchtige Figuren der Commedia del‘ arte zu entstammen scheinen, sodass es allzu nahe liegt, an die Narrentreppe auf der Trausnitz als geheimen Anreger zu denken.“ (2) Auch die Bildtitel zeigen die erzählerische Kraft seiner Werke, die den Betrachter einladen, sich in die dargestellte Szene zu versetzen und in oft auf den ersten Blick unbedeutenden Details Überraschendes zu entdecken, eine Einladung, der unsere Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Gäste sicher gern folgen.


Wir danken Uli Waim von ganzem Herzen für dieses große Geschenk an unsere Schule!

 

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(1) Toni Waim, Vorwort im Katalog 1980 – 1993
(2) Laudation von Prof. Dr. Reinhard Wittmann, Bayerischer Rundfunk, anlässlich der Verleihung des Ostbayerischen Kulturpreises 1991