Projekte und Aktivitäten in Seligenthal

Schule ist mehr – Seligenthaler engagieren sich in vielen Projekten innerhalb und ausserhalb der Schulfamilie. Hier finden Sie eine Übersicht von Aktivitäten aus allen aktuellen Projekten.

Nachrichten aus allen Seligenthaler Projektaktivitäten

„Wir wollen nicht nur zuschauen“

Seligenthaler Schüler spenden an die Organisation Ärzte ohne Grenzen


Am Mittwoch vor Weihnachten hat die SMV (Schülervertretung) des Gymnasiums Seligenthal einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro an die Organisation Ärzte ohne Grenzen überreicht. Um einen möglichst hohen Betrag zu erzielen, verkauften die Seligenthaler Schüler selbst gebackene Kuchen an Elternsprechtagen, gestalteten Plakate und stellten eine Spendenbox auf. „Das ist so ziemlich die größte Spendenaktion, die in Seligenthal durch Schüler durchgeführt wurde“, sagte Frederik Bach, erster Schülersprecher des Gymnasiums Seligenthal. Das in den letzten Wochen gesammelte Geld soll zur Verbesserung der humanitären Lage in Syrien beitragen. „Es ist ein Zeichen der Solidarität. Wir wollen nicht nur zuschauen, sondern etwas tun“, so Bach. Mächtig stolz auf ihre Schüler war auch Schulleiterin Ursula Weger: „Es ist toll, wenn die Schüler eine Spendenaktion eigenständig auf die Beine stellen.“

Entgegengenommen wurde der Scheck von Dr. Franz Müller, Oberarzt der Unfallchirurgie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Regensburg und Mitglied der Organisation Ärzte ohne Grenzen. Im Rahmen der Spendenübergabe hielt er vor den Seligenthaler Klassensprechern, Schülersprechern und Vertretern der Schulleitung einen Vortrag über seine Erlebnisse im Jemen und in Afghanistan. Vor seinen Schilderungen wies Müller darauf hin, dass das Thema „harter Tobak“ sei. „Wenn es jemandem zu viel wird, kann er gerne gehen.“ Diesem Angebot kamen im Verlauf des Vortrags auch einige Schüler – besonders die jüngeren – nach. Müller erzählte von seinen erschütternden Erlebnissen in Kriegsgebieten. Bilder zeigten schwerstverletzte Personen auf dem OP-Tisch. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagte der Unfallchirurg. Bereits drei Einsätze hatte er bei Ärzte ohne Grenzen. Seitdem kann sich Müller keine Krimis mehr anschauen, in denen Frauen vergewaltigt oder Menschen erschossen werden: „Ich brauche das nicht mehr.“ Nach Syrien würde er allerdings nicht gehen: „Wenn man Familie daheim hat, muss man sich das gut überlegen.“

Nach dem Vortrag durften die verbliebenen Schüler noch ihre Fragen stellen. Viele zeigten sich betroffen: „Man muss immer wissen, dass das Leben auch so sein kann. Wir haben großes Glück, dass wir hier leben“ sagte Weger.

 

Claudia Mitschke und Matthias Littich


Autor: HEC | Datum: 28.04.2017