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Ein Jahr Donald Trump – das Zwischenfazit eines Amerikaexperten


Die Amtseinführung Donald Trumps im Januar 2017 versetzte die Welt in Aufruhr und auch heute vergeht kaum ein Tag, an dem der US-Präsident nicht für Schlagzeilen sorgt. 

Um das erste Amtsjahr unter der neu formierten Regierung zu beleuchten, duften wir am Dienstag, den 16.01.2018 Dr. Markus Hünemörder von der Ludwigs-Maximilian-Universität München bei uns in der Aula begrüßen. 

Hünemörder ließ gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern in seinem mit The Age of Trump betitelten Vortrag die ersten 361 Amtstage sowie den provokant geführten Wahlkampf des US-Präsidenten Revue passieren. Zunächst ging der Referent auf das Wahlmännerprinzip der amerikanischen Präsidentschaftswahl ein und erklärte, warum Hilary Clinton mit fast drei Millionen Stimmen mehr nicht zur Siegerin erklärt wurde. „Die männlichen, älteren, weißen, religiösen, in Amerika geborenen Arbeiter brachten Trump den Sieg.“ Trumps Wahlkampf und nun auch sein Regierungsstil zeichnen sich durch gezielte Provokationen und Tabubrüche aus. Gepaart mit seiner extrovertierten Persönlichkeit und seiner Vorliebe für „den kleinen blauen Vogel von Twitter“ führt dies bei vielen Beobachtern zu Sorgen um die amerikanische Demokratie. Diese sieht Hünemörder aufgrund des System von „Checks and Ballances“ aber nicht in Gefahr. Ebenso glaubt er, dass ein Amtsenthebungsverfahren Trumps Präsidentschaft nicht frühzeitig beenden wird und hält nichts von psychologischen Ferndiagnosen über den Gesundheitszustand des Präsidenten. Trotz kleinerer Achtungssiege in jüngster Vergangenheit macht sich der Referent eher Sorgen um den Zustand der Demokraten, denn sie schaffen es im Moment nicht, einen Plan vorzulegen oder einen möglichen Gegen-Kandidaten zu präsentieren. „Nur Anti-Trump-Rhetorik reicht da nicht und spätestens nach den Midterm-Elections im November müssen die Demokraten hier liefern“, mahnt er an. 

In den Genuss dieses sehr kurzweiligen, vom Elternbeirat unterstützten Vortrages kamen die Schülerinnen und Schüler der Q11, die Klasse 10b sowie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des für die Osterferien geplanten Schüleraustausches mit einer High-School in Arizona. Ihre sehr differenzierten Fragen am Ende der Präsentation zeigten deutlich, wie relevant dieses Thema für die Jugendlichen ist. 

Dr. Hünemorder und die Arizonafahrer


Autor: bl | Datum: 17.01.2018