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USA-Austausch am Gymnasium Seligenthal erfolgreich gestartet!


Nachdem es nun einige Jahre keinen Schüleraustausch mit den USA am Gymnasium Seligenthal gab, wurde es 2017 allerhöchste Zeit, einen solchen neu zu starten: So empfingen am Donnerstag in der zweiten Schulwoche siebzehn Seligenthaler Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern und betreuenden Lehrkräften ihre Gäste von der Empire-Highschool in Tucson (Arizona). Monatelange Vorbereitungen in den Familien und an der Schule waren diesem Tag vorangegangen. So war die Spannung war auf beiden Seiten riesengroß. Die Schüler hatten sich für den großen Moment mit einem Seligenthaler Banner und schwarz-rot-goldenen Blumenketten ausgestattet. Plötzlich ging alles ganz schnell. Die Gastschüler aus den USA strömten in den Wartebereich, schnell erkannten sich die Jugendlichen freudig wieder (Skype, Instagram und Snapchat sei Dank) und nach einem obligatorischen Gruppenbild ging es für die amerikanisch-deutschen Tandems erstmal heim zu den Familien in und um Landshut. Dort hieß es für die Gäste: den Jetlag überwinden, an das ganz andere Klima zu gewöhnen und in eine neue, in manchen Aspekten vielleicht auch fremde, Kultur eintauchen.

Der Austausch, der im Rahmen von GAPP, dem German American Partnership Program, stattfindet, verfolgt unter anderem die Ziele, das Verständnis amerikanischer und deutscher Jugendlicher für die Kultur des anderen Landes zu erweitern und ein dauerhaftes Interesse für das Partnerland zu befördern. Ein wichtiger Aspekt dabei ist sicher das Anwenden der jeweils anderen Sprache. Dazu sollte der Austausch zahlreiche Gelegenheiten bieten, wie auch die folgenden Schülerzitate belegen:

Alina Zöttl: „Am Anfang habe ich mich mit meinem Englisch noch ein bisschen zurückgehalten und wollte keine Fehler machen, aber dann hab ich ziemlich schnell gemerkt, dass es besser ist einfach loszureden und dass es die Amerikaner auch nicht stört, wenn man Fehler macht.“

Caitlyn Carson: “It was scary at first because I wasn´t sure if I was saying things right and I was able to communicate with my host family fairly well.”

Katrin Penker: „Ich hatte mir den Akzent schlimmer vorgestellt, also hatte ich schlussendlich nur kleine Probleme mit einzelnen Wörtern.“

Micha Jenker: “It felt really natural because everyone was speaking German.”

Celine Schmidt: „Ich finde, dass meine Austauschpartnerin sich sehr bemüht hat Deutsch zu reden und zu lernen. Sie hat außer am ersten Tag kein einziges Mal auf Englisch geredet, auch wenn es manchmal schwer war. Respekt!“

Am nächsten Tag durften die Amerikaner mit ihren „Germans“ am offiziellen Wandertag der Schule teilnehmen und bekamen so gleich die ersten Eindrücke von der Schule, den Klassenkameraden ihrer deutschen Partner und der Stadt und Umgebung Landshuts. Danach verabschiedete man sich ins Wochenende und guckte dem FC Bayern beim Kicken zu, besuchte die Erdinger Therme, ging wandern oder ließ es sich in Regensburg oder Salzburg gut gehen. Der Fantasie der deutschen Gastfamilien waren hier keine Grenzen gesetzt und das schien genau den Geschmack der Gastschüler zu treffen.

Alyssa Simms: “I enjoyed visiting the Alps with my host family a lot, I had an amazing time!”

Celine Schmidt: „Beim Klettern hat man viel zusammen gelacht, die Kommunikation war super, es war eine neue Erfahrung und hat super viel Spaß gemacht.“

In der ersten vollen Woche wurden die amerikanischen Schüler und ihre begleitenden Lehrerinnen, Frau Ostertag und Frau Zook durch unsere Schulleiterin Frau Weger offiziell begrüßt. Im Anschluss sorgten die Schülerinnen Emilia Friedrich, Lea Meesters und Celine Schmidt mit einer Schulhausführung dafür, dass sich die Gäste im Seligenthaler Schulgebäude zurecht fanden und Herr Schramm gab ihnen einen historisch fundierten, spektakulären Einblick in die Landshuter Geschichte. Dem ein oder anderen „Tucsonian“ wurde dann doch schwindelig, als er aus dem 600 Jahre alten Dachstuhl der Martinskirche durch das Heilig-Geist-Loch auf das Schiff der Kirche blicken durfte. Ein echter Höhepunkt, wohl nicht nur für Gäste der Stadt, sondern auch für echte Landshuter.

Am Folgetag durften die Gäste die Burg Trausnitz zusammen mit Herrn Ossner und einer kompetenten Führerin erkunden und am Nachmittag lud Herr Schneck, der dritte Bürgermeister der Stadt Landshut, zu einer privaten Führung durch den Rathausprunksaal ein, wo er die Gäste aus Arizona in schöner Atmosphäre herzlich willkommen hieß.

Naomi Jackson: “I enjoyed going to the castle in Landshut, the history there is very interesting and the view @ the top was just amazing!”

Die von Herrn Schneck angesprochenen regen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Bayern und den USA durften alle Schüler am Mittwoch direkt wahrnehmen, als eine Führung durch das BMW-Werk Dingolfing auf dem Programm stand. Zusammen mit Frau Renno, Herrn Vilsmeier und zwei kompetenten Werksführern erlebten wir die „Freude am Fahren“ als wir einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen nehmen durften. Angesichts hochmoderner Robotertechnik, leistungsstarken

Motoren und schicken Karosserien in Leichtbauweise entdeckten wir, was hinter der Faszination Auto stecken kann. Beeindruckend auch, wie präzise hier gearbeitet wird, sodass tausende Autos individuell nach Kundenwünschen produziert und zeitnah in die ganze Welt exportiert werden können.

Rebecca Stögbauer: „Gemeinsam mit allen Schülern hat es mir am besten gefallen, als wir bei BMW waren, da man alle kennenlernen konnte.“

Nach diesem Crashkurs zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Stadt Landshut und der umliegenden Region war es nun Zeit, deutschen Schulalltag kennenzulernen und die Austauschpartner zu ihren jeweiligen Unterrichtsstunden und Kursen zu begleiten. Zur Freude vieler Lehrer und Schüler erklärten sich die Amerikaner an zwei vollen Schultagen bereit, zahlreiche Klassen zu besuchen. Das Projekt lief unter dem Namen „Borrow an American“. In lockeren und trotzdem informativen Gesprächen stellten die Neulandshuter eine große Bandbreite von Themen dar. So wurden sie in der 5. Klasse gebeten, den Namen ihrer Hunde preiszugeben und über die Tierwelt Arizonas zu berichten, in der 8. Klasse verglichen sie das deutsche mit dem amerikanischen Schulleben und kurz darauf wurden sie in der Q12 nach der Mauer gefragt, die Arizona bald von Mexiko abtrennen soll. Da war für jeden etwas dabei und so einen „Native Speaker“ mit Informationen aus erster Hand hat man schließlich nicht alle Tage im Unterricht.

Naomi Jackson: “Everyone stays in the same class with the same people rather than different people in every class. The teachers change classrooms as well, which is strange and school lunch is a LOT better here.”

Tori Olender: “There is also a lot more openness to religion. In America many people are Christian, for example, but in school you don´t talk about it.”

Nach diesem intensiven Eintauchen in die Region und das Schulleben war es am Freitag an der Zeit, die neue Wahlheimat zu verlassen und auf den Spuren des Märchenkönigs das „Disneyschloss“ Neuschwanstein zu besuchen. Frau Renno und Frau Heigl unternahmen diese Fahrt mit den deutschen und amerikanischen Schülern. Das Muss für jeden transatlantischen Bayernbesucher präsentierte sich dann auch bei bestem Wetter und es konnten die erhofft spektakulären Bilder geschossen werden, bevor die Schüler sich Einblicke in die Räume dieses sagenumwobenen Schlosses verschafften.

Jacob Komper und William Vickery: “We don’t have castles in America. We just don’t see them.”

Peter Kerr: “Each room was filled with its own piece of history while being incredibly beautiful.”

Micha Jenker: “It was just beautiful!”

Nach dem gelungenen Neuschwanstein-Ausflug erwartete die Seligenthaler Schüler und ihre Gäste ein entspanntes Wochenende in den Familien. Wieder erkundeten sie die Sehenswürdigkeiten der Region, testeten die bayerische Küche oder wagten sich sogar auf den Touristenmagneten schlechthin, das Münchner Oktoberfest.

Alina Fries: „Für mich persönlich war das schönste Erlebnis, als wir einfach nur mit Freunden Just Dace gespielt haben und wir unsere Austauschpartnern deutsche Süßigkeiten probieren lassen haben. Außerdem war der Besuch der Wiesn ein supertolles und lustiges Erlebnis.“

Die Schülerin Chiara Stengel und ihr amerikanische Austauschpartner Micha Jenker boten zum Start der letzten Austauschwoche Informationen zum Tag der Deutschen Einheit, beziehungsweise zum Independence Day in den USA. Inspiriert von den kulinarischen Delikatessen des Oktoberfestes beschlossen die Gäste im Anschluss, ihren Seligenthalern das montägliche Mittagessen zu servieren. Unter der Leitung von Angelika Gruber zauberten sie einen Schweinebraten auf den Mittagstisch, den die gesamte Gruppe dann mit Knödeln, Sauerkraut und Kartoffelsalat einnahm. Ein schöner Brauch bei Seligenthaler Austauschprogrammen, der immer wieder ein Highlight darstellt. Am Ende war man sich einig: das Essen schmeckte vorzüglich.

Tori Olender: “I can’t wait to cook it for my family!”

Alyssa Simms: “My favourite German food is knödel!”

Chloe Burkholder: “My favourite food is all German food to be honest! I loved the cooking!”

Emily Weatherwax: “German chocolate is the best!”

Am Tag der Deutschen Einheit freuten sich dann einige Amerikaner über eine unterhaltsame Einführung in grundlegende Tanztechniken (Familie Diewald) und wunderten sich wahrscheinlich ein wenig, dass unser Nationalfeiertag dann doch etwas ruhiger begangen wird als der 4. Juli in den USA.

Natürlich durften in unserem Programm auch ein paar Einblicke in DAS Event der Landshuter Region, die Landshuter Hochzeit, nicht fehlen. Katrin Penker und Isabella Könsgen hielten eine Präsentation zu den Hintergründen und Feierlichkeiten und zeigten kurze Videos. Passenderweise lag die letzte LaHo ja erst ein paar Wochen zurück, sodass die Eindrücke noch sehr frisch waren.

Zwei Tage vor ihrer Abreise unternahmen die Amerikaner dann ihren letzten großen Ausflug. Frau Blaschke und Herr Menauer führten die Amerikaner erst in die Geheimnisse des Bayerntickets ein bevor die Gäste in einer kompakten Stadtführung entlang der Route Viktualienmarkt-Alter Peter-Marienplatz-Feldherrenhalle-Residenz-Siegestor durch die Geschichte Münchens spazierten. Nach der Mittagspause am Viktualienmarkt fand sich die Gruppe am Sicherheitscheck des amerikanischen Konsulats ein. Dort hatte man die Ehre, die Generalkonsulin Jen Gavito zu treffen und ihr und ihren Abteilungsleitern Löcher in den Bauch zu fragen. Die Schüler aus Arizona zeigten riesiges Interesse und auch die amerikanischen Diplomaten waren beeindruckt von der Eloquenz der jungen Besucher. Kurzerhand entschloss man sich im Konsulat, die Schüler und die Lehrerin Tara Zook zu ihren Erfahrungen mit dem Austausch zu befragen.

Link zum Video: https://www.facebook.com/usconsulatemunich/videos/10155818309293809/

Am Donnerstag neigte sich die Austauschzeit bereits dem Ende zu und so stand der offizielle Abschiedsabend an der Schule an. Nach offiziellen Worten durch Frau Weger und Frau Ostertag, die sich herzlichst für das Engagement aller Beteiligten bedankten, saß man bei einem kalten Buffet in gemütlicher Runde beisammen. Schließlich stimmte Chiara Stengel mit zwei Akkordeonstücken auf eine emotionale Videoshow, erstellt von Alina Fries, ein. Beim Revue passieren lassen der verschiedensten Erlebnisse und den rührenden Dankesworten amerikanischer Schüler wurde allen bewusst, wie viel man in nur 16 Tagen erleben kann und dass so manche Eindrücke und Freundschaften sicher nicht vergessen werden.

Peter Kerr: “Just talking to my host and her family opened me up to a brand-new world.”

Ffiona Howells: “The trip of my life. I never want to leave.”

Chiara Stengel: „Beim Abschied gab es sogar Tränen. Wer hätte DAS am Anfang gedacht?“

Nachdem es am Freitag noch Gelegenheit gab, letzte Souvenirs zu kaufen, mussten die Koffer gepackt werden und der Abschied rückte näher. Samstag früh war es dann nun an der Zeit, tatsächlich Abschied nehmen und in den Alltag ohne amerikanischen Gästen zurückzukehren.

Bevor nun im März nächsten Jahres der Gegenbesuch in Arizona ansteht, heißt es Eindrücke verarbeiten, in Kontakt bleiben und auf ein Wiedersehen freuen!

Juliane Renno und Michael Menauer
Betreuende Lehrkräfte

Unter diesem Link lesen Sie auch den Artikel der Landshuter Zeitung vom 27. September 2017!


Autor: HEC | Datum: 14.11.2017