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Seligenthal auf dem Regionalentscheid des Europäischen Jugendparlaments

Engagierte Jugendparlamentarierinnen beweisen sich auf Politiksimulation und setzen ein Zeichen für Europa


In Rom trafen sich vor kurzem die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union um das 60-jährige Bestehen der Römischen Verträge zu feiern und ein starkes Signal für eine friedliche Zukunft zu setzen. In Zeiten von Euroskepsis und wachsendem Nationalismus braucht die EU solche Feierstunden und in vielen Hauptstädten gingen sogar Tausende von Menschen für die EU und gegen Populismus auf die Straße. Probleme hat die EU, da stimmt die siebenköpfige Seligenthaler Delegation zu, doch Fatalismus wird diese Probleme nicht lösen können. Die Seligenthaler Delegierte Anna-Maria Murr (10c) findet sogar, dass sich „Jugendliche gerade jetzt für ein starkes Europa einsetzen müssen.“ Bei der Frage nach der Motivation für die Teilnahme an diesem Projekt bekommt man verschiedene Antworten. Eva Bichler (10c) versprach sich Kontakte zu Gleichaltrigen aus ganz Europa und konnte sich schon immer für Politik begeistern, Laura Lewandowski (10e) wollte erleben, „wie ein Tag im Leben eines Politikers aussehen könnte“ und Greta Weidemann (10c) wollte ihre Schwächen stärken, denn so eine Politiksimulation wäre eigentlich „völlig untypisch“ für sie.

 

Beim Teambuilding lernt man sich schnell kennen

Nach einer längeren Vorbereitungsphase, bei der sich die siebenköpfige Delegation bereits im Herbst erfolgreich für den Regionalentscheid qualifizieren konnte, erfolgte vom 16. - 19. März das Treffen von 10 Delegationen in Herzogenaurach. Nach eineinhalbtägiger Vorbereitung in verschiedenen Komitees wurden die dort erarbeiteten Resolutionen über die Zukunft eines fairen und stabilen Europas in einer langen parlamentarischen Debatte diskutiert und größtenteils auch erfolgreich verteidigt. Bei den Seligenthaler Delegierten herrscht Konsens darüber, dass die Annahme des eigenen Gesetzesentwurfs das „absolute Highlight“ der Veranstaltung war, „weil sich dann die ganze harte Arbeit gelohnt hatte“.

 

 Die EU-Deligierten beraten über ihre Resolution

Die Schülerinnen und Schüler aus der ganzen südlichen Region Deutschlands – eine Delegation war auch aus der Slowakei gekommen – kämpften hart aber fair und konsequent verbal auf Englisch, der Lingua franca des Europäischen Parlamentes. Arta Krasniqi (10e) erzählt, wie es ihr dabei ging: „Ganz am Anfang fiel es mir schon schwer, die ganze Zeit Englisch zu sprechen, das Englisch war sehr förmlich.“ „Es ging sogar soweit, dass sogar die deutschen Mitschüler beim Mittagessen untereinander Englisch sprachen.“ fügt Eva Bichler fasziniert hinzu und Vera Rosinger (10c) relativiert in Namen aller, dass man sich „unglaublich schnell an die Nutzung der englischen Sprache gewöhnte.“

Vera Rosinger spricht vor dem Plenum

Und so war dieser Aufenthalt nicht nur in Sachen politischer Bildung lohnend und auch nicht nur bezüglich der hervorragenden Möglichkeit, sein gesprochenes Englisch zu perfektionieren. Vor allem war die Reise nach Herzogenaurach geprägt von vielen anregenden zwischenmenschlichen Begegnungen sowie einem Kontakt zum Europäischen Jugendparlament, der von einigen Schülern auch noch länger aktiv gepflegt werden wird. Somit war es nicht verwunderlich, dass in der dreiköpfigen Jury des Europäischen Jugendparlaments Herzogenaurach auch Sabrina Mellerowic saß, eine ehemalige Seligenthaler Abiturientin, die vor sechs Jahren das nun schon zur Tradition gewordene Engagement des Gymnasiums Seligenthal beim Europäischen Jugendparlament ins Rollen brachte und dem Verein seitdem treu blieb. Auch Julia Ablassmeier (Q12), die in einigen Wochen ihr Abitur schreibt, kann sich vorstellen, in der Zukunft als „Delegierte, aber auch als Veranstalterin oder sogar als Vorsitzende“ innerhalb des Jugendparlamentes zu wirken.

Julia Ablassmeier bei ihrer Rede

Die positive Einstellung der Seligenthaler Delegation wurde belohnt. Man konnte viele Kontakte knüpfen, erfuhr trotz des Wettbewerbs Herzlichkeit und konnte ein deutliches Zeichen für die Zukunft der EU setzen.

 

 

Beim Regio Village sollte man regionale Eigenheiten vorstellen


Autor: bl | Datum: 31.03.2017