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Seligenthal – Ausgezeichnet für nachhaltige Schulentwicklung

Verleihung durch das Katholische Schulwerk Bayern am 27.4.2016


Schülersprecher Oscar Lange, Frederik Bach, Anna-Lena Mottinger, Vorsitzender der Schulstiftung Josef Neumeier, Schulleiterin Ursula Weger, Iris Lamaack vom Katholischen Schulwerk Bayern, MAV-Vorsitzende Angelika Gruber und Elternbeiratsvorsitzender Prof. Dr. Ernst Fricke.

Seligenthal – Ausgezeichnet

Verleihung des „Zertifikats für nachhaltige Schulentwicklung“ durch das Katholische Schulwerk Bayern am 27.4.2016

Wer aufhört, besser sein zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein


Mit großer Freude nahm die Schulfamilie des Gymnasiums Seligenthal die Auszeichnung durch das Katholische Schulwerk entgegen. Sie ist das Resultat einer intensiven externen Evaluation, die auf einer ausführlichen Dokumentation der schulischen Arbeit in einem Portfolio, einer repräsentativen Befragung aller Lehrkräfte und aller Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern aus den Jahrgangsstufen 6, 8 und 10 basierte und durch einen dreitägigen Schulbesuch von vier externen Evaluatoren mit Unterrichtsbesuch und Interviews aller am Schulleben beteiligten Gremienergänzt wurde.

In einer Feierstunde, die von der Juniorband unter Leitung von Simon Lindner und Landespreisträgern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ aus den Jahrgangsstufen 6, 9 und 10 auf höchstem Niveau musikalisch gestaltet wurde, überreicht Frau Iris Lamaack der Schulfamilie die Auszeichnung als Bestätigung der hervorragenden schulischen Arbeit am Gymnasium Seligenthal.

Als besondere Stärken hob das Evaluationsteam die fundierte Ausbildung und die Erziehung der Kinder und Jugendlichen zu verantwortungsvollen jungen Erwachsenen hervor, basierend auf einem ausgesprochen breiten Angebot ergänzender und auch außerunterrichtlicher Aktionen, sowie Wertschätzung, Toleranz, Offenheit und Hilfsbereitschaft als überall im Schulalltag spürbar gelebte Grundhaltungen.

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Zeitungsbericht LandshuterZeitung 28.04.2016

 


Ansprache zur Verleihung des Zertifikats für nachhaltige Schulentwicklung durch das Katholische Schulwerk am 27.4.2016

Ehrwürdige Frau Äbtissin, liebe Sr. Articus,
sehr geehrter Herr Josef Neumeier,
liebe Kolleginnen und Kollegen – und ich meine damit nicht nur unsere Lehrkräfte, sondern alle für die Schule Tätigen in GTB, Sekretariat, Bibliothek und Hausverwaltung,
liebe Eltern und vor allem liebe Schülerinnen und Schüler,

es ist mir eine große Freude, dass wir uns heute so zahlreich zusammengefunden haben, um eine ganz besondere Wegmarke unseres gemeinsamen Bemühens zu feiern.

Es ist uns deshalb auch eine große Ehre, dass wir in Vertretung von Oberbürgermeister Hans Rampf Stadtrat Robert Gewies und als ehemalige Seligenthalerin Stadträtin Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner begrüßen dürfen.
Unser ganz besonders herzliches Willkommen gilt natürlich Frau Lamaack vom Katholischen Schulwerk, die uns das „Zertifikat für nachhaltige Schulentwicklung“ überreichen wird.

Als wir uns vor einem Jahr für die externe Evaluation anmeldeten, ahnten wir schon, dass es mit viel Arbeit verbunden sein würde.  Heute kann ich sagen: Unsere Ahnungen haben sich durchaus bestätigt: es war für viele sehr viel Arbeit – für uns im Vorfeld beim Erstellen des Portfolios, der Vorbereitung der Besuchstage und der Durchführung der Besuchstage, und für die Evaluatoren sehr viel Arbeit in der Nachbereitung und in der Erstellung des Evaluationsberichts. Mein großer Dank gilt hier allen Beteiligten aus allen Gremien und Gruppen für die tatkräftige Unterstützung dieses Unterfangens.

Doch warum macht man sich so viel Arbeit?
Nun, wir versprachen uns einen – salopp gesagt – umfassenden Gesundheitscheck inklusive Blutbild und Ultraschall, der Außen- und Innensicht auf unsere Schule und unsere Arbeit vereint.

Dass die ganze Schulfamilie dieses Anliegen von Anfang an mitgetragen hat, zeigt bereits eine Qualität, die unsere Schule schon immer prägte: Wir haben keine Angst vor Veränderung, wir reflektieren unser Tun und reagieren auf gesellschaftliche Bedürfnisse.

Aus dieser Grundhaltung heraus gründeten die Seligenthaler Klosterfrauen vor 178 Jahren eine Höhere Töchterschule, da Mädchen an den Regelgymnasien keinen Zutritt hatten, und setzten gleich noch eine Lehrerinnenbildungsanstalt darauf, damit die gut ausgebildeten Absolventinnen auch eine Berufsausbildung anschließen konnten. In den 60iger Jahren hatte Seligenthal bereits eine offene Ganztagsbetreuung, als noch niemand dieses Wort kannte, und gehörte 1965 zu den ersten Schulen , die den sozialwissenschaftlichen Zweig aus der Taufe hoben, um mehr Mädchen zur Gymnasialen Bildung zu ermutigen, 1972 beteiligte sich meine Vorgängerin im Amt, Sr. Lioba, die heute mit uns feiert, an dem großen Schulversuch zur Einführung der Kollegstufe, 2005 gründeten wir eine seitdem kontinuierlich arbeitende Schulenetwicklungsgruppe, 2008 führten wir den Musischen Zweig wieder ein, 2009 wagten wir den Schritt zur Koedukation, 2015 reagierten wir mit einer Brückenklasse für Internationale Jugendliche auf die Bedürfnisse eines globalisierten Arbeitsmarkts und die Herausforderung der Flüchtlingsströme. Derzeit 37 Jugendlichen aus 17 Nationen erhalten hier in verschiedenen Lerngruppen eine spezielle Deutschförderung und Hilfen zur Integration ins Regelschulsystem.
„Wenn der Wind stärker wird, bauen die einen Mauern, andere Windmühlen.“ Seligenthal gehört zur letzteren Gruppe, allerdings ohne das Fähnlein nach dem Wind zu hängen, sondern auf der Basis reiflicher Abwägung und immer nach dem Grundsatz: „Bewährtes bewahren und Neues wagen“.

Ein zweites Charakteristikum ist der gute Zusammenhalt. Wir fühlen uns als Gemeinschaft, in der alle am Schulleben Beteiligten, jeder  an seinem Platz, in gegenseitiger Wertschätzung versucht, sein Bestes zu geben und beizutragen, dass alle sich in Seligenthal wohlfühlen können: das ist die Basis für gutes Lehren und Lernen, in diesem Klima können auch Konflikte angesprochen und nach Lösungen gesucht werden.

So fand auch die Evaluation in einer guten Atmosphäre „kritischer Gewogenheit“ statt und ich möchte mich beim Katholischen Schulwerk ausdrücklich für die Möglichkeit dieses Feedback bedanken, das im Unterschied zu staatlichen Evaluationen, so hab ich mir berichten lassen, sich gerade dadurch auszeichnet, dass es nicht darum geht, zu kontrollieren, zu ranken und zu kritisieren, sondern in Wertschätzung der schulischen Arbeit zu helfen, eine gewisse Betriebsblindheit zu überwinden, Gelungenes wahrzunehmen und Entwicklungsfelder aufzuzeigen.
Diese Haltung der Evaluatoren war immer spürbar und so konnten wir auch offen und ohne Vorbehalte die Ergebnisse der Evaluation aufnehmen.
Das gute Ergebnis hat uns natürlich sehr gefreut und uns in unserem Bemühen um eine gute schulische Ausbildung und eine Erziehung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten bestärkt, wenn es im Fazit heißt:
„Das Gymnasium Seligenthal bietet eine fundierte Ausbildung, einen Raum zur Persönlichkeitsentfaltung in allen Facetten und legt somit eine solide Grundlage für den Lebensweg, was menschliche Wärme, und die Vermittlung sozialer Kompetenzen beinhaltet. Wertschätzung, Toleranz, Offenheit und Hilfsbereitschaft prägen den Schulalltag und werden durch den Kontakt der Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern und Kulturen sowie inklusiv Beschulten selbstverständlich eingeübt.
Eine weitere Stärke liegt in ausgesprochen umfangreichen und breiten Angeboten, die den Fachunterricht direkt ergänzen oder durch außerunterrichtliche Aktionen erweitern, um die Schülerinnen und Schüler ganzheitlich zu bilden.

Das Evaluationsteam sieht in der besuchten Schulgemeinschaft des Gymnasiums Seligenthal eine Schule mit großer Kraft und hohem persönlichen Einsatz, die bereits viele Herausforderungen erfolgreich bewältigt und sich für die Zukunft weitere Ziele zum Wohl der Schülerinnen und Schüler gesetzt hat.“

Bei allem Stolz auf das Erreichte haben wir aber auch bereits begonnen, die Ergebnisse genau zu studieren, um auf der Basis des Bewährten neue Ziele anzugehen und auch morgen und übermorgen unseren Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden.

Ursula Weger OStD i.K.
Schulleiterin


Autor: Ursula Weger OStD i.K. | Datum: 28.04.2016