Eloquentia et eruditio – Was braucht ein guter Redner?

Erfolgreiche Teilnahme von Verena Auserwählt und Christoph Runz  aus der Q11 beim Landeswettbewerb der Alten Sprachen

Dem Thema Rhetorik war der diesjährige Landeswettbewerb der Alten Sprachen gewidmet, der alljährlich vom Kultusministerium mit Unterstützung der Elisabeth –J.Saal-Stiftung und der Eleonora-Schamberger-Stiftung zur Förderung der humanistischen Bildung in Bayern für die 11. Jahrgangsstufe durchgeführt wird.

Aufgerufen zur Teilnahme sind alle Latein- und Griechischschüler Bayerns, die sich gern der Herausforderung anspruchsvoller Texte stellen. Während bei der Übersetzung eines längeren lateinischen Originaltextes eine sichere Beherrschung der Grammatik und des Wortschatzes sowie eine genaue Texterfassung vorausgesetzt werden, sind im Fragenteil kreativen Lösungsansätze und ein umfassendes Allgemeinwissen gefragt.

Dabei greifen die Texte aus der Antike meist aktuelle Fragenstellungen auf. In diesem Jahr wurde den Teilnehmern in der Lateinprüfung ein Text von Tacitus präsentiert, der im 1. Jhr. n.Chr. die abnehmende rhetorische Kompetenz der jungen Römer beklagt. Als Ursachen werden fehlende Allgemeinbildung und mangelnde Anstrengungsbereitschaft diagnostiziert, die auch auf Erziehungsdefizite seitens der Eltern zurückgeführt werden. Im Fragenteil sollten die Teilnehmer z.B. auf der Grundlage der antiken Mythen ein Label für ein neues Automodell entwerfen, heutige Rechtsprinzipien auf antike Vorbilder zurückführen oder lateinische Tagesnachrichten von Radio Bremen über die Probleme mit der zunehmenden Anzahl von Wölfen in freier Wildbahn erfassen.

Verena Auserwählt und Christoph Runz aus der Q11 erzielten ein so hervorragendes Ergebnis, dass sie zu den 50 besten Lateinschülern aus ganz Bayern gehören! Damit haben sie die Eintrittskarte in die 2. Runde erworben, bei der im Oktober in einer dreistündigen Klausur ein anspruchsvoller lateinischer Text interpretiert werden muss. Den Besten winkt die Aufnahme als Stipendiaten in die Studienstiftung des deutschen Volkes.

Wir gratulieren den beiden ganz herzlich zu ihrem Erfolg und wünschen ihnen für die nächste Runde viel Glück! 

Ursula Weger

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Mit Latein zum Erfolg

Konstantin Suttner, Q12, absolvierte beim Landeswettbewerb Alte Sprachen erfolgreich die zweite Runde und gehört damit zu den besten 50 Lateinschülern aller Abiturklassen in ganz Bayern. Schulleiterin Ursula Weger zeichnete ihn im Namen der Elisabeth-J.-Saal-Stiftung und des Kultusministeriums mit Urkunde und Buchpreis aus. Der Wettbewerb lädt hochbegabte Schüler ein, ihre besonderen Fähigkeiten im Übersetzen, Tüfteln, Interpretieren und kreativen Gestalten unter Beweis zu stellen und damit attraktive Preise zu gewinnen.

Bereits in der ersten Runde lieferte Konstantin eine brillante Übersetzungsleistung eines Senecabriefes über die Macht des Schicksals und die Vergänglichkeit der Dinge und bearbeitete äußerst kreativ die Zusatzaufgaben, z. B. lateinische Wahlsprüche britischer Fußballvereine zu ergänzen oder lateinische Nachrichten als deutsche Zeitungsschlagzeile wiederzugeben. In der zweiten Runde gelang ihm eine hervorragende Interpretation eines philosophischen Textes Ciceros über Heimat und er verfasste für Cicero als Teilnehmer einer Talkshow zum Thema „doppelte Staatsbürgerschaft“ einen Redebeitrag, der fundierte Kenntnisse der römischen Geschichte bewies und ebenso ein außergewöhnlich breites Allgemeinwissen zeigte, besonders als er Stellung zu einem aktuellen Fernsehbeitrag zu diesem Thema bezog.

Konstantin selbst zeigte sich zufrieden und resümierte: „Es war schön, sich außerhalb von Notengebung und Leistungsdenken mit Latein, der zeitlos schönen Sprache, vertieft zu beschäftigen.“

Maria Fischer