Musik in Seligenthal

Traditionell hat der Musik-Unterricht in Seligenthal einen sehr großen Stellenwert. Waren es früher die regelmäßig zustande kommenden Musik-Leistungskurse, so sind es heute die SchülerInnen des Musischen ZweigesMusischer Zweig, die sich ganz besonders musikalisch engagieren und ihre Schule häufig auch nach außen in unterschiedlichsten Konzerten repräsentieren. 

Vielfältige Angebote stehen aber auch allen anderen Musikbegeisterten offen.

 

 

Nachrichten zu Musik

„Schubertiade“ am Gymnasium Seligenthal – ein Kunsterlebnis für alle Sinne


Die Theatergruppe bei der Inszenierung des Liedes "Die Krähe"

Konzentrierte Arbeit an den Moderationen

Irrlicht - Marie Prüller, 10a

Einsamkeit - Magdalena März, 10a

Nebensonnen - Sophie Schmid, 10b

Wie sehr Literatur, Musik, Malerei und darstellendes Spiel sich gegenseitig befruchten können, zeigte auf eindrucksvolle Weise ein gemeinschaftliches Projekt, in dem Musiker und Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Seligenthal zusammenarbeiteten, um Schuberts „Winterreise“ mit allen Sinnen erfahrbar zu machen.

Auf diese Weise wurde das Konzert des Tenors Bernhard Hirtreiter und seines Klavierbegleiters Simon Lindner in der Aula des Gymnasiums Seligenthal zu einem Konzert der ganz besonderen Art, das sowohl die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe am Vormittag, als auch die Zuhörer bei der Abendvorstellung in seinen Bann zog.

Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen hatten in den Wochen vor dem Konzert, unter Anleitung ihrer Kunstlehrerin Iris Hackl, Acrylarbeiten zu den Liedern angefertigt, die den emotionalen Gehalt der Musik wiederspiegeln sollen. Die Bilder waren deshalb bewusst nicht naturalistisch oder gegenständlich gehalten. Sie wurden jeweils zum zugehörigen Lied auf Leinwand projiziert und boten so die Gelegenheit, sich in die Stimmung der einzelnen Stationen des Wanderers hineinzudenken.

Eine vielleicht weniger naheliegende, aber umso interessantere Möglichkeit, die Texte in Bilder zu übertragen, hatte sich die Theatergruppe der Q12 vorgenommen. Die Ensemblemitglieder stellten sich der Herausforderung, einige Lieder mit Mitteln des Ausdruckstanzes in Szene zu setzen. Unter der Leitung von Daniel Heckl entstanden unglaublich ausdrucksstarke Inszenierungen aus der intensiven Auseinandersetzung mit dem Protagonisten der Winterreise.

Eine große Hilfe für das Verständnis der Gedichte von Wilhelm Müller, die der Vertonung von Franz Schubert zugrunde liegen, waren die kurzen Zwischenmoderationen von Schülerinnen und Schülern eines Oberstufenmusikkurses, die jeweils einen Einblick in mögliche Interpretationsansätze gaben.

Bernhard Hirtreiter verstand es ausgezeichnet, durch seine enorme stimmliche Variabilität das aufgewühlte Innere des unglücklich liebenden Wanderers der „Winterreise“ zu verdeutlichen. Von Gefühlsausbrüchen in Liedern wie „Rückblick“ oder „Der stürmische Morgen“ bis hin zu resignierter Verzweiflung in „Einsamkeit“ oder „Der Leiermann“ wurde die gesamte Bandbreite sängerischen Könnens abgerufen – eine besondere Herausforderung auch für die Klavierbegleitung, die Simon Linder virtuos und mit großem Einfühlungsvermögen gestaltete.

Ein überwältigender Applaus belohnte die Künstler und alle Mitwirkenden dieses außergewöhnlichen Musikerlebnisses.

Lesen Sie hierzu auch einen Erfahrungsbericht eines beteiligten Schülers:

Am 9.März 2018 fand in der Aula des Gymnasiums Seligenthal in einer Vormittags- und Abendvorstellung eine Aufführung der „Winterreise“ von Franz Schubert statt, welche von Tenor Bernhard Hirtreiter, begleitet am Klavier von Simon Lindner, vorgetragen wurde.

Ergänzt wurde diese Veranstaltung durch Zwischenmoderationen von Schülern des Q11-Musikkurses von Herrn Lindner, welche bereits im Vorfeld sehr viel Zeit in deren Erarbeitung gesteckt hatten. So wurden sie bereits in den Faschingsferien mit genügend Material rund um die „Winterreise“ versorgt, mit dessen Unterstützung das spätere Endprodukt entstehen sollte. Auch ein Samstagvormittag wurde benötigt, um der packenden Thematik der „Winterreise“ eine angemessene Moderation zu gewähren. Allerdings meinte es Herr Lindner stets gut mit seinen Schülern und genehmigte ihnen als kleine Entschädigung gefühlte 15 Kilo Pizza, die selbst den letzten Hunger stillen konnten. Nachdem die erarbeiteten Resultate ausführlich, teils auch mit lustigen Anmerkungen des engagierten Kursleiters kommentiert wurden, war das Resultat nach dem letzten Feinschliff für die Zwischenmoderationen der Aufführung startklar. Einen ebenso kreativen Beitrag zum Winterreise-Projekt lieferte die Q12-Theatergruppe unter der Leitung von Herrn Heckl, die durch ihre fesselnde Performance einiger Lieder der „Winterreise“ den Zuhörer beinahe selber in die Stimmung des Protagonisten rissen. Für eine weitere kreative Gestaltung der Thematik sorgten Schüler der 10. Klasse, welche mit ihren fantastischen Acrylarbeiten, die unter der Anleitung der Kunstlehrerin Iris Hackl entstanden, zu jedem Satz des Liederzyklus auch für das Auge eine Umsetzung der Thematik boten.

Letztendlich kam der „Big Day“, der mit einer ersten Aufführung am Vormittag für Klassen und Kurse des Gymnasiums startete. Der eigentliche Konzertabend begann dann um 19:00, als sich reichlich interessierte Konzertbesucher in der Aula des Gymnasiums einfanden und den Klängen von Schuberts ausdrucksstarker Musik lauschten. Um nicht selber in die melancholische Stimmung der Thematik der „Winterreise“ zu verfallen, kam eine kurze Pause zur Hälfte des Konzerts gelegen, die durch die Unmengen an selbstgemachten Köstlichkeiten der Q11-Schüler und die angebotenen Getränken bereichert wurde. Am Ende verabschiedete tosender Applaus die Künstler und die vielen mitwirkenden Schüler, die allesamt viel Zeit in dieses großartige Projekt gesteckt hatten.

Michael Schwimmbeck, Q11


Autor: Ld | Datum: 17.03.2018