W- und P-Seminare im Fach Sozialkunde

Zur Zeit laufen folgende Seminare:

W-Seminar Macht der Bilder - Bilder der Macht 2016/2018

W-Seminar Konfliktherde der Weltpolitik 2015/2017

P-Seminar Wir gewinnen den Europäischen Wettbewerb 2015/2017

 

 

vergangene Seminare:

P-Seminar Institutionen der EU 2014/2016

W-Seminar Arabellion - Revolution in der arabischen Welt 2013/2015

 

Das W-Seminar Konfliktherde der Weltpolitik bei der Arbeit: Welche Konflikte kann man welchem Land/welcher Region zuordnen?

So viele Konflikte ..
Das meiste haben wir in den Medien schon gehört!
Die Zuordnung ist gar nicht so einfach...

Nachrichten zu P- und W-Seminaren

Schauspieler und Musiker Michael Fitz zu Gast am Gymnasium Seligenthal

„Unterhaltung ist immer auch körperlich erfahrbar“


Nah an den Schülern: Michael Fitz im Gespräch mit den Kollegiaten

Prominenten Besuch erhielt das Gymnasium Seligenthal am Nachmittag des 15.11.2016: Schau­spieler und Musiker Michael Fitz gewährte der Oberstufe ganz persönliche Einblicke in sein Le­ben und Wirken als Künstler und beförderte die Kollegiaten in einem schülernahen 90-minütigen Gespräch hinter die Kulissen der Film- und Musikbranche.

„Wenn es sich gut anfühlt, ist es für mich auch gut!“ Für Michael Fitz gibt es keine starren ästheti­schen Grenzen, solange das Erlebte nicht nur mit dem Kopf erfahren wird. „Gute Unterhaltung muss auch körper­lich wahrnehmbar sein, ein Gefühl auslösen, das im Körper Spuren hinterlässt“, eröffnete der 58-Jährige den Schülern gleich zu Beginn.

Aus der berühmten Künstlerfamilie Fitz stammend, war sein Leben nicht automatisch als zwangs­läufig erfolgreich vorherbestimmt. „Zur Schauspielerei kam ich eigentlich auf Umwegen – ich wur­de in München auf der Straße angesprochen, habe quasi aus dem Stand die Chance erhalten, eine Hauptrolle in einem Fernsehspiel zu übernehmen und bin dadurch in die staatliche Agentur ZBF hineingerutscht. Beim Produzenten dieses Films habe ich dann zwei, drei Jahre gearbeitet, erst als Volontär, heute sagt man Praktikant. Etwa 1980 war es zwar ohne Abitur für mich schwierig, an die Filmhochschule in München zu kommen. Es hat aber dann doch irgendwie geklappt, weil ich hart­näckig war. In den Jahren nach der HFF habe ich viel hinter der Kamera in unterschiedlichen Posi­tionen in Film-Teams gearbeitet, u.a. als Regieassistent oder auch als Set-Aufnahmeleiter, auch ei­ner Folge der Helmut-Dietl-Reihe Kir Royal. Mitte der 1980er-Jahre kam der Durchbruch in der Se­rie Der Schwammerlkönig."

Einem großen Publikum wurde Michael Fitz deutschlandweit vor allem als der in seinem Vorgehen alternative, etwas renitente und unangepasste Kommissar Carlo Menzinger im München-Tatort be­kannt, den er 2007 verließ und für den er nur noch einmal im Jahr 2013 in einer Gastrolle auf die Bildschirme zurückkehrte: „Die Figur hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich weiterentwickelt. Da wurde es Zeit zu gehen. Dem Carlo geht es aber gut, er lebt jetzt in Thailand mit seiner Familie!“, kommentiert der sympathische und jung gebliebene Künstler witzelnd seinen Abschied aus der Serie.

2005 erhielt Fitz den Bayerischen Fernsehpreis für die beste Nebenrolle im Fernsehdrama Marias letzte Reise. Der Künstler erinnert sich sehr gerne an die Dreharbeiten zu diesem Film: „Reiner Kaufmann ist ein toller Regisseur. Man fühlt sich einfach aufgehoben bei ihm. Das ist sehr wichtig für einen Schauspieler, man muss sich vom Regisseur getragen und von ihm verstanden fühlen!“ Mit dem Vorurteil gegenüber den „Großen“ im deutschen Filmgeschäft räumt Michael Fitz auf: „Die wirklich Bekannten sind souverän und haben es nicht nötig, am Set arrogant zu sein. Sie sind zu allen nett und sehr professionell!“ Kritische Töne schlug Fitz im Zusammenhang mit deutschen Kinofilmen an: „Alle diese Filme werden nicht ohne Mittel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens realisiert – und das sieht man ihnen an. Es wäre besser, wenn es mehr unabhängige Kinoproduzen­ten und damit auch Filmemacher mit mehr Freiheiten in Deutschland gäbe und das Fernsehen nicht überall mitreden würde!“

Dann gewährte Michael Fitz einen sehr persönlichen Einblick in den Alltag eines Schauspielers: „Man kann während Dreharbeiten nicht einfach umschalten von Rolle auf Privat, das geht gar nicht.“ Im Jahr 2007 erschienen TV-Drama Das Leuchten der Sterne verkörpert Fitz den Vater eines körperlich schwerbehinderten Mädchens: „Wenn man, so wie ich das war, den Umgang mit Men­schen mit Behinderung nicht gewöhnt ist, nicht weiß, wie man jemanden halten muss und die Din­ge tut, die für den Vater eines solchen Mädchens ganz selbst verständlich sind, muss man das als Schauspieler, der so eine Rolle spielt, erst mal lernen. Das ist spannend und aufregend, aber belas­tet auch manchmal die eigene Familie während der Drehzeit durchaus!“

Michael Fitz mag die Herausforderung: „Ich liebe Figuren, die Tiefe haben, die man fühlt!“ Ge­treu diesem Motto lehnt der Schauspieler durchaus manche Rollen auch ab, wenn sie ihm zu seicht oder überzogen-klischeehaft erscheinen.

Auf die Frage hin, was er sich für seine Zukunft wünsche, meint Michael Fitz: „Ich würde schon ger­ne mal eine interessante Kinofigur spielen. Und die Musik ist gerade das, was mir sehr viel gibt. Ich mache schon lange Musik, habe über die Jahre hinweg 14 Alben aufgenommen, toure durch ganz Deutschland und gebe derzeit über 100 Konzerte pro Jahr. Das ist schon anstrengend, aber auch sehr schön. Ich mag das, so soll es weitergehen.“ Das letzte Album Des bin i hat er im Alleingang bei sich zuhause aufgenommen und produziert. „Ich finde es schön, unabhängig zu sein!“. Der mittlerweile in Niederbayern lebende Künstler beherzigt das auch auf seiner Tour: „Früher war ich mit Band unterwegs, heute bin ich ganz alleine auf der Bühne.“

Michael Fitz würdigte das große Interesse der Kollegiaten und die vielen „guten Fragen“ mit den Worten „Schön war’s bei euch, vielen Dank!“ Der Besuch am Gymnasium Seligenthal war nicht das letzte Gastspiel des Künstlers in Landshut. Am 11.12.2016 gibt er ein Konzert im Kleinen Theater in der Bauhofstraße: „Ich freue mich schon sehr darauf!“


Autor: bl | Datum: 10.12.2016