Alle Nachrichten zu Gesellschaftswissenschaften

Juniorwahl: Europawahl auf Probe

Beeindruckende Wahlbeteiligung bei Seligenthaler Europawahl


Juniorwahl in Seligenthal

Die Schüler zählen die Stimmen selbst aus

Wählen ist das größte Privileg eines jeden Bürgers – bei uns ist dies selbstverständlich, in vielen anderen Teilen der Welt leider nicht. Natürlich ist das anstrengend, man muss sich informieren, Aussagen abwägen und kritisch hinterfragen, um sich am Ende selbst eine Meinung bilden zu können. Dies kostet Zeit und Energie. Doch die jüngsten Entwicklungen im gesellschaftlichen Diskurs auch in Europa zeigen deutlich, wie wichtig es ist, demokratische Werte zu verteidigen und zu erhalten.

Die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Seligenthal beschäftigten sich im Vorfeld der Europawahl intensiv mit den Programmen der zur Wahl stehenden Parteien und nahmen die Mühe auf sich, sich selbst für eine der 40 zur Wahl angetretenen Parteien zu entscheiden. Die Klasse 10a hatte hierfür eigens ausgewählte Programmpunkte der wichtigsten Parteien miteinander verglichen und im Mensabereich ausgestellt, um ihren Mitschülerinnen und Mitschülern die Meinungsbildung zu erleichtern. Auch wenn den Seligenthalern bewusst ist, dass ihre Stimme (noch) nicht zählt, zeigt die hohe Wahlbeteiligung von 83,9% das große Interesse der Acht- bis Elftklässler an politischen Inhalten.

Mit Spannung wurde das Ergebnis erwartet, das genau wie die erste Hochrechnung der eigentlichen Europawahl erst am Wahlsonntag um 18 Uhr veröffentlicht wurde, um den Grundsatz der freien Wahl aufrecht zu erhalten. Große Gewinner der Seligentahler Wahl waren schließlich die Grünen, die mit 41,2% klar stärkste Kraft vor der CSU mit 17,2% wurden. Weit abgeschlagen im Mittelfeld landete die SPD (4,7%), die ebenso wie die AfD (3,0%) deutlich hinter den Ergebnissen der richtigen Wahl zurückblieb.

Am Gymnasium Seligenthal ist die Juniorwahl zur Europawahl sicherlich nicht die letzte Wahl gewesen. Genauso wie bei der Bundes- und Landtagswahl in den vergangenen beiden Jahren sollen die Schülerinnen und Schüler auch bei den nächsten großen Wahlen wieder an die Urne gebeten werden, auch um die Scheu vor der ersten richtigen Stimmabgabe abzulegen und schließlich zu einer gelingenden Demokratie beizutragen.

Stephan Katzbichler und Matthias Aschenbrenner


Autor: HEC | Datum: 23.06.2019