Schüleraustausch am Gymnasium Seligenthal

Unsere Jugendlichen können im Rahmen unserer Schulpartnerschaften an einem Schüleraustausch z.B. mit Frankreich, Italien, Ungarn, Finnland und Taiwan teilnehmen und internationale Erfahrungen sammeln.

Einzelaustausch ist möglich im Rahmen der Programme des Bayerischen Jugendringes oder auf rein private Initiative.

Nähere Informationen zu Voraussetzungen, Ablauf, Bewerbung und Erwartungen finden Sie im pdf.

SeligenthalerInnen bloggen hier ihre Erfahrungen: Australien 2016

Nachrichten zum Schüleraustausch

„Bosnischer Obatzter am Bunten Abend“

Budapester Schüler zu Gast in Landshut


Die ungarischen Schüler kamen am Freitag an und verbrachten das Wochenende bei den Gastfamilien. Am Montagmorgen  besuchten sie nach einer Führung durch die Seligenthaler Schulgeschichte vom Afra-Garten über die Aula bis zu den neuen Multimedia-Klassenräumen den Unterricht und nahmen dann an einer Landshut-Führung Teil. Am Nachmittag besichtigten die ungarischen Schüler das für viele besonders interessante BMW-Werk, während der Dienstag in Regensburg verbracht wurde.

Am Mittwoch war das neue NS-Doku-Zentrum Herzstück des Ausfluges nach München. Gebannt lauschten die ungarischen Schüler den Ausführungen der engagierten Museumspädagogin, die den milieuspezifischen Münchner Hintergrund des Nationalsozialismus ebenso verdeutlichte wie aktuelle Gefahren des Rechtsextremismus. Natürlich ließen die Schüler auch die mondänen Sehenswürdigkeiten Münchens wie Königs- und Marienplatz nicht links liegen. Abgerundet wurde dieser Tag mit einer Schulmesse in der Abteikirche.

Der Donnerstag galt einem der bekanntesten Bauwerke Bayerns, Schloss Herrenchiemsee, dessen Superlative wie das berühmte „Tischlein, deck dich!“ Ludwigs II. ungarische wie deutsche Schüler in seinen Bann zogen. Hatte man sich bei der Schifffahrt über den Chiemsee nur mit kleinen Mahlzeiten verpflegt, stand der abschließende Bunte Abend unter dem Zeichen „Liebe geht durch den Magen“, auch bei der Integration:

Neben bayerischen Schmankerln der Gastfamilien hatten die Teilnehmer der internationalen Brückenklasse Seligenthals die eine oder andere kulinarische Spezialität auf den Buffet-Tisch gezaubert, so ein leckeres syrisches Reisgericht, das „wegging wie warme Semmeln“. Ludwig II. wäre ob dieser Exotik, wie jeder Bayer weiß, besonders erfreut gewesen sowie über einen, der geneigte Leser möge sich dies „auf der Zunge zergehen“ lassen, echt bosnisch-bayerischen Obatzten (kyrillisch: „Oбaцдa), der in Rekordzeit aufgegessen wurde. Geradezu erstrahlt wäre der Märchenkönig, wenn er erfahren hätte, dass die ungarischen Begleitlehrkräfte, die mit Wehmut Verstimmungen angesichts der Flüchtlingsthematik bedauert hatten, hiermit auch den neo-bayerischen kulinarischen Integrationstest mit Bravour bestanden haben, denn auch sie griffen bei den multikulturellen Speisen besonders kräftig zu. Märchenhaften Gerüchten, denen zufolge zur gleichen Zeit geheimnisvolle Klänge aus „Tausend und einer Nacht“ im Spiegelsaal des Schlosses Herrenchiemsee erklangen, sollte allerdings keinerlei Glauben geschenkt werden.

Axel Ossner


Autor: ws | Datum: 11.05.2017